UNTERSCHÄTZEN SIE NICHT DIE BELASTUNG einer krankenPFLEGE zu hause

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Krankenbetreuer von chronisch- oder todkranken Hunden leiden oft erheblich unter den hohen Belastungen, Stress und Ängsten, die eine Pflege im eigenen Haus mit sich bringt. Forschungen auf diesem Gebiet haben gezeigt, dass dadurch sogar die Gesundheit und psychische Verfassung des Betreuers beeinträchtigt werden können. Es ist deshalb wichtig, dass sowohl der Tierarzt als auch Sie als Patientenbesitzer sich dieser Belastung bewusst sind und dementsprechend die Pflege während der Sterbebegleitung so organisieren, dass ihr Hund - und Sie! – mit einer möglichst hohen Lebensqualität den Alltag bewältigen können.

Quelle und weiterführende Lektüre
→ petcaregiverburden.com

Herausforderungen und Anforderungen an den Hundebesitzer

11.1

Sobald bei Ihrem Hund Krebs diagnostiziert wurde, werden sich unweigerlich Ihr Leben und das Ihres Hundes dramatisch verändern. Diese Veränderungen können mitunter schwierig und belastend für Sie, Ihre Familie und Freunde sein. Es ist völlig normal, dass sich während dieser Zeit verschiedenste, manchmal widersprüchliche Gefühle und Konflikte entwickeln. Sie machen sich verständlicherweise Sorgen wegen Ihres alltäglichen Zeitplans (Arbeitsverpflichtungen, Familie, Freizeitverpflichtungen…) oder wegen Ihrer täglichen oder wöchentlichen liebgewonnenen Gewohnheiten. Es ist auch völlig normal, sich über die medizinischen Behandlungen, deren Nebenwirkungen, Krankenhausaufenthalte, regelmäßigen Besuche beim Tierarzt und Arztrechnungen Sorgen zu machen. «Wie soll ich das alles schaffen?» Ihr Tierarzt ist die richtige Ansprechperson, was Ihre Fragen zur Diagnose, Behandlung, Therapie und zu Ihren Betreuer-Aufgaben angeht. Sie können mit ihm auch über die ungefähren Kosten für die Behandlung und Therapien sprechen. Vielleicht möchten Sie aber auch mit Verwandten und Freunden über Ihre Sorgen und innersten Gefühle sprechen. Sie werden es hilfreich finden, Ihre Bedenken mit anderen Hundebesitzern zu besprechen, die die gleiche Erfahrung gemacht haben. Reden ist Heilung! Internet-Seiten wie die unsere - www.aliceribbon.ch - geben Ihnen vielleicht Ideen, was Sie auf dieser letzten Reise zusammen mit Ihrem Hund erwartet, welche Anforderungen und Herausforderungen Sie meistern werden, und wann Sie womit beginnen sollten. Ihr Gesundheitsteam ist auch der beste Partner, um Sie über mögliche Entlastung-Angebote zu informieren, die Sie während und nach der Patienten-Betreuung nutzen können: finanzielle Hilfen (Versicherung), Hunde-Taxi-Service zur Klinik, Dog-Sitting oder emotionale Unterstützung in Interessensgruppen etc. Haben Sie keine Angst, Hilfe anzufordern und anzunehmen!

Finanzielle Belastung

11.2

Nach einer Krebsdiagnose Ihres Hundes sind – trotz des emotionalen Schocks - die anfallenden Kosten sicherlich einer der wichtigsten Punkte, über den Sie nachdenken müssen.

Eine ehrliche und offene Beratung mit Ihrem Tierarzt oder Onkologen wird sicherlich helfen, eine ungefähre Zahl zu evaluieren. Die effektiv anfallenden Kosten werden natürlich davon abhängen, wie Ihr Hund auf die Behandlung reagiert. Es gibt viele andere Faktoren, die die endgültigen Kosten zusätzlich beeinflussen können. Es gibt Krebsbehandlungen, die einige hundert Euro pro Monat kosten, für andere wiederum sind bis zum Ende der Behandlung mehrere Tausend Euro zu veranschlagen. Es ist wichtig, sich vorher ein klares Bild über die finanzielle Belastung zu machen.

In den Kapiteln 7 und 8 über Screening, Behandlungen und Therapien hat das Animal Oncology and Imaging Centre, Hünenberg, Schweiz, großzügiger Weise einige grobe Schätzungen der Preise aufgestellt. Dies sind natürlich nur Schätzungen, die sich auf das Jahr 2018 beschränken, aber sie bieten eine reelle Vorstellung, welche Kosten Sie erwarten müssen.

Eine Tierversicherung-Police abzuschließen, ist deshalb gleich nach dem Kauf eines Hundes einer der wichtigsten Schritte, um – falls notwenig - zukünftige Krebsbehandlungen Ihres Hundes (ganz oder teilweise) abzudecken. Seien Sie sich bewusst, dass Regeln zu Vorerkrankungen Ihres Hundes es Ihnen in der Regel unmöglich machen, eine Versicherungspolice abzuschließen, wenn bei Ihrem Hund schon eine Erkrankung diagnostiziert wurde. Die meisten Versicherungen bestehen auf Wartezeiten, bevor sie Behandlungskosten übernehmen. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, eine Tierversicherung gegen Krankheit und Unfall frühzeitig abzuschließen! (siehe Kapitel 14).

Gleich getan ist viel gespart!!

Hier als Beispiel einige Zahlen aus den USA. Laut der National Canine Cancer Foundation USA, betrugen im Jahr 2017 die Kosten (in US Dollar):

  • für den Erstbesuch in einer Klinik zur Bestätigung einer Krebsdiagnose ca. $ 200.
  • für eine größere Operation, z.B. um einen bösartigen Tumor im Körper zu entfernen ab ca. $ 1.500 aufwärts.
  • für eine Chemotherapie-Behandlung zwischen $ 200 und $ 2.000, abhängig von der Art und Schwere des Krebses.
  • einer Strahlentherapie ca. $ 2.000 bis $ 6.000.
  • für zusätzliche Medikamente wie Schmerzmittel oder Antibiotika auf unbestimmte Zeit weitere $ 30 bis 50 pro Monat.

Nachfolgend finden Sie ebenfalls die geschätzten Durchschnittskosten in der Schweiz für das Jahr 2017:

 

Quelle:
→ comparis.ch

 
Zeitliche Belastung

11.3

Ein todkranker Hund kann nicht nur emotional, sondern auch logistisch und zeitlich überraschend aufwendig und herausfordernd werden. Hospizpflege erfordert ein aktives Engagement und ständige Überwachung durch die Pflegekraft: meistens Sie. (siehe Kapitel 9).

Vergessen Sie dabei aber nicht, dass die Pflege Ihres geliebten Hundes vor allem auch bedeutet, sich um sich selbst zu kümmern. Sie brauchen nun alle Energie und Kraft, um Ihrem erkrankten Freund zu helfen!

Wenn Ihr Hund nicht mehr aus dem Haus kann, müssen Sie in Erwägung ziehen, öfter zu Hause zu bleiben, um sich um ihn zu kümmern. Dies könnte Ihre Familie oder Ihren Lebenspartner belasten. Sie könnten sich frustriert oder vernachlässigt fühlen, weil Sie all Ihre Zeit für Ihren Hund aufbringen müssen.

Zudem müssen Sie möglicherweise während der letzten Lebensphase Ihres Hundes Ihre tägliche Arbeit außerhalb des Hauses fortsetzen. Wird Ihr Arbeitgeber Ihnen einen bezahlten Urlaub gewähren, wenn Sie sich von der Arbeit freistellen müssen? Wenn nicht, können Sie sich einen unbezahlten Urlaub erlauben?

Mit einem Wort, die Krankenpflege könnte ein Gefühl der Beeinträchtigung des "normalen Lebens" mit sich bringen: Es wird höchstwahrscheinlich Ihren gewohnten Tagesablauf auf den Kopf stellen.

 
Was erwartet Sie, während der Zeit der Pflege und Sterbebegleitung?

11.3.1

  • 1

    Eine tägliche Krankenakte führen
    Ein tägliches Protokoll über den Zustand Ihres Hundes, Änderungen im Essensverhalten, Versäuberungsgewohnheiten, Datum der Behandlungen und angefallenen Nebenwirkungen ist ein unschätzbares Werkzeug bei der Überwachung des Behandlungs- und Zustandsverlaufs - für Sie und den Tierarzt.
    Besonders in Krisenzeit wie diese kann es schwierig sein, sich an alles genau zu erinnern, auch wenn man normalerweise ein ausgezeichnetes Gedächtnis hat. Das Protokollieren aller Ereignisse und Veränderungen stellt ein dauerhaftes und wertvolles Dokument dar.

  • 2

    Den täglichen Medikamentenplan einhalten
    Welche Dosierungen welcher Medikamente wurden zu welcher Tageszeit verabreicht? Schreiben Sie alles akribisch auf, sonst werden Sie sich nicht mehr erinnern.

  • 3

    Das Schmerzniveau Ihres Hundes bewerten,
    Sie müssen täglich seine Lebensqualität bewerten (siehe Kapitel 9) und schmerzlindernde Medikamente entsprechend verabreichen. Sprechen Sie diesbezüglich mit ihrem Tierarzt.

  • 4

    Eine spezielle Kranken-Diät zubereiten
    Oft wird von Ihrem Tierarzt oder Tier-Ernährungsberater eine Vollwertkost speziell für den Krebspatienten verschrieben (siehe Kapitel 10), die Sie täglich zubereiten müssen.

  • 5

    Transport Ihres Hundes zum Tierarzt
    Seien Sie auf regelmäßige Fahrten zu Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierklinik für Nachuntersuchungen und Behandlungen gefasst.

  • 6

    Tägliche Fahrt mit Ihrem Hund in die Klinik für gewisse Behandlungen
    Tägliche Fahrten in die Klinik werden nötig, wenn Sie sich z.B. für eine Bestrahlungstherapie entschieden haben.

  • 7

    Monatliche Fahrten mit Ihrem Hund in die Klinik für eine Chemotherapie
    Alle 3 Wochen müssen Sie einen Termin in der Klinik wahrnehmen, wenn Sie sich für eine Chemotherapie mittels Infusion entschieden haben.

  • 8

    Ein erhöhtes Maß an Pflege bieten
    Ihr Haustier wird unweigerlich irgendwann einige seiner Körperfunktionen verlieren: Es kann nicht mehr laufen, kann sich nicht mehr alleine versäubern, kann keine feste Nahrung essen usw. Sie müssen ihn dann bei diesen lebensnotwendigen Körperfunktionen helfen und unterstützen: ihn handfüttern, ihm Tierwindeln anlegen, seine Schlafstelle akribisch sauber halten etc.

  • 9

    Ihrem Hund beim Laufen helfen
    Ihr Hund könnte Mobilitätsprobleme entwickeln. Trotzdem ist es für seine Lebensqualität wichtig, ihn so lange wie möglich in Bewegung zu halten und Interaktionen mit seiner Umwelt zu erlauben. Vielleicht müssen Sie ihm jetzt helfen, sich von einem Ort zum anderen zu bewegen, z.B. mit einem Handtuch unter der Brust, einem Wagen etc.

  • 10

    Einfache medizinische Aufgaben übernehmen
    Z.B. Verbandwechsel, Wundreinigung, Verabreichen von Medikamenten oder Ansetzen einer Ernährungssonde, wenn unser Hund nicht mehr essen kann.

  • 11

    Sich auf das Abschiednehmen vorbereiten
    Wollen Sie Ihren Hund in seinen natürlichen Tod begleiten (unterstützt durch schmerz- und angstlindernde Medikamente, um seine letzten Tage oder Stunden friedlich zu Hause verbringen zu können. Siehe Kapitel 9) oder, finden Sie es Anbetracht des Zustands Ihres Hundes angemessener, eine Euthanasie durchführen zu lassen (zu Hause oder beim Tierarzt)? Sie sollten darüber nachdenken, auch wenn es weh tut.


  • Ein persönlicher Kommentar: Studien haben gezeigt, dass 50% der Tierbesitzer die Entscheidung zu einer Euthanasie nachträglich bereuen oder psychisch unter ihrer Entscheidung leiden.
    Rechtzeitig über die Optionen nachzudenken und mit Ihrem Tierarzt zu diskutieren, kann vor Reuegefühlen schützen.

    Quelle

    → Mein Haustier hat Krebs – 8 müssen Tipps für Komfort und Pflege wissen

Psychologische Belastung

11.4

Studien über das Phänomen der Belastung von Kranken-Betreuern von Familienmitgliedern oder Haustieren haben gezeigt, dass Tierbetreuer genauso leiden wie Betreuer, die sich um ihre Familienangehörigen kümmern.

Tatsächlich zeigt die Belastung einer Betreuung von sterbenskranken Menschen oder Tieren in beiden Fällen die gleichen Folgen: schlaflose Nächte, Zeitdruck durch endlose Arztbesuche, Verlust des normalen sozialen Lebens, finanzielle Belastung und vieles mehr. All das kann zu verringerter Lebensqualität, Angst und Depression führen.

Dr. Spitznagel (USA), die die Forschung auf diesem Gebiet initiiert hat, hat einen Blog mit dem Namen www.petcaregiverburden.com gestartet, der sich mit den Folgen der Belastung bei Tier-Krankenbetreuern beschäftigt. Das Ziel ihres Forscherteams ist es, Menschen dabei zu helfen, den Stress der Situation zu verringern, und die Zeit, die sie noch mit ihrem Hund verbringen dürfen, optimal zu nutzen.

Die Seite enthält viele interessante (leider nur) englischsprachige Artikel zum Thema, die sowohl Hundebesitzern als auch Tierärzten helfen können, Probleme bei der Krankenbetreuung besser zu verstehen. Ein entsprechendes Problembewusstsein wird Tierärzten erlauben, den Betreuer effektiver zu unterstützen, um die Herausforderungen und Anforderungen der Pflege eines kranken Hundes zu Hause zu meistern.


Erste Anzeichen von Betreuer-Stress

11.4.1

Als Betreuer sind Sie vielleicht so auf Ihr geliebtes Tier konzentriert, dass Sie nicht erkennen, dass Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden darunter leiden. Achten Sie deshalb auf die ersten Anzeichen von Stress:

  • Gefühl, von den Anforderungen überwältigt zu sein.
  • Gefühl, nicht genügend zu tun.
  • Ständiges Gefühl der Sorgen.
  • Große Erschöpfung.
  • Zu viel oder zu wenig schlafen.
  • Ungewöhnlich viel an Körpergewicht zunehmen oder abnehmen.
  • Leicht gereizt oder wütend sein.
  • Das Interesse an gewohnten und liebgewonnenen Aktivitäten verlieren.
  • Sich ständig traurig und depressiv fühlen.
  • Häufige Kopfschmerzen, körperliche Schmerzen oder andere körperliche Probleme haben.
  • Missbrauch von Alkohol oder Drogen, einschließlich verschreibungspflichtiger Medikamente.

Zu viel Stress, vor allem über eine längere Zeit, kann Ihrer Gesundheit schaden!


Strategien im Umgang mit Betreuer-Stress

11.4.2

Die emotionalen und körperlichen Anforderungen, die mit einer Krankenpflege verbunden sind, können selbst die stärksten Persönlichkeiten übermäßig belasten. Aus diesem Grund ist es wichtig, möglichst schon im Vorfeld die untenstehenden Tipps zu berücksichtigen.

Denken Sie daran, wenn Sie sich nicht um sich selbst kümmern, können Sie sich nicht um andere kümmern!

Was kann helfen, Betreuer-Stress im Rahmen zu halten?

  • Informieren Sie ich über die Krankheit schon im Vorfeld.
    Ein gutes Verständnis der Krankheit, des Krankheitsverlaufs, des Sterbeprozesses und Kenntnisse der für die Pflege des Hundes erforderlichen Fähigkeiten wird den Stress und das Leiden der Betreuerperson minimieren.
    Deshalb ist es so wichtig, sich bereits vor einer Diagnose mit der Thematik auseinandersetzen, was nicht immer leicht ist. Wer will schon über Krankheit und Tod nachdenken, wenn ein lebenslustiger Welpe das Haus auf dem Kopf stellt?
    Es ist das Ziel der The Alice-Ribbon Internetseite, Hundebesitzern kurze, nützliche und leicht verständliche Informationen zur Verfügung zu stellen, um sich auf einen schwierigen Moment vorzubereiten - oder besser noch, ihn zu vermeiden.

  • Führen Sie ein Tagebuch.
    Führen Sie ein handliches Tagebuch über den Zustand Ihres Hundes: seinen psychischen Zustand, soziale Interaktionen, Fortschritte und Rückschritte, Ihre Gedanken und Sorgen, Freuden und Sorgen. Tragen Sie das Büchlein überall mit sich, damit Sie Ihre Gedanken gleich notieren können. Vielleicht möchten Sie es mit Bildern und / oder Videos ergänzen.
    In dieser schwierigen Zeit stellt das Protokollieren aller Ereignisse einen dauerhaften und sehr wichtigen Bericht dar, den Sie später wieder zur Hand nehmen können, zur Erinnerung an einen der gemeinsamen Wege, den Sie mit Ihrem Hund gegangen sind. Es ist ein intimes Vermächtnis von Ihnen und Ihrem Hund und das Andenken an eine emotional sehr intensive und besondere Zeit Ihres Lebens. Ein solches Tagebuch könnte Ihnen auch helfen zu verstehen, dass Sie alles Menschenmögliche getan haben, um Ihrem Freund zu helfen und ihn in seiner letzten Phase zu begleiten. Das Büchlein wird ein hilfreicher Teil Ihrer Trauerbewältigung werden.

  • Akzeptieren Sie externe Hilfe.
    Scheuen Sie nicht davor zurück, andere um Hilfe zu bitten! Sie könnten die potenziellen Helfer wählen lassen, was er oder sie für Sie tun möchte. Zum Beispiel könnte eine Person sich zur Verfügung stellen, Ihre anderen Hunde / Ihre Kinder einige Male pro Woche spazieren zu führen. Jemand anderer könnte anbieten, für Sie einzukaufen oder für Sie zu kochen.

  • Konzentrieren Sie sich darauf, was Sie wirklich leisten können.
    Es ist normal, sich manchmal schuldig oder unzureichend zu fühlen. Aber den "perfekten" Betreuer gibt es nicht. Glauben Sie an sich selbst und daran, dass Sie Ihr Bestes geben und zu jeder Zeit die besten Entscheidungen treffen.

  • Setzen Sie sich realistische Ziele.
    Teilen Sie große Aufgaben in kleinere Schritte ein, die Sie bewältigen können. Priorisieren Sie, erstellen Sie schriftliche Listen und haken Sie sukzessive die Einträge ab. Das ist sehr befriedigend. Kreieren Sie eine Alltags-Routine: Was müssen Sie zuerst erledigen, wen anrufen, wann eine Pause einlegen etc. Lernen Sie NEIN zu sagen, wenn zusätzliche Anforderungen oder Arbeiten an Sie herangetragen werden: Schonen Sie Ihre Energie!

  • Halten Sie soziale Kontakte aufrecht.
    Fragen Sie Ihren Tierarzt oder informieren Sie sich im Internet über kostenpflichtige Serviceleistungen in Ihrer Stadt, die Sie zeitlich entlasten könnten, um sich etwas Zeit für sich und Ihre Freunde zu gönnen. Das könnte ein Tier-Taxi sein, Heimlieferung von Einkäufen, Dog-Sitting, eine Putz-Hilfe etc. Es wird Ihnen eine Verschnaufpause geben.
    Es ist wichtig, dass Sie sich während der intensiven Zeit der Krankenbetreuung auch Zeit für jene Dinge nehmen, die für Sie wichtig sind. Unterhalten Sie weiterhin soziale Kontakt mit Familie und Freunden: Sie können Ihnen ehrliche Unterstützung und fröhliche Momente bieten. Nehmen Sie sich jede Woche Zeit für diese Kontakte, auch wenn es nur ein Spaziergang oder eine Tasse Kaffee mit einer Freundin ist.
    Viele Hundebesitzer haben jedoch Angst, ihren kranken Hund für eine noch so kurze Zeit allein zu lassen. Es erfüllt sie mit Angst und Reue, dass etwas Unerwartetes geschehen könnte, oder dass es ihrem Hund schlechter geht während ihrer Abwesenheit. Das ist ein verständliches Gefühl. Laden Sie doch Ihre Freunde zu Kaffee und Kuchen zu sich nach Hause ein.

  • Legen Sie Ihre persönlichen Gesundheitsziele fest.
    Setzen Sie sich beispielsweise das Ziel, eine gute Schlafroutine einzuhalten und früh zu Bett zu gehen. Oder finden Sie regelmäßig Zeit, körperlich aktiv zu sein – im Fitness-Center, im Schwimmbad, beim Spazierengehen. Essen Sie gesund und trinken Sie viel Wasser.

  • Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie sich unwohl fühlen.
    Informieren Sie Ihren Arzt, dass Sie ein Haustier mit einer schweren Krankheit zu Hause betreuen. Zögern Sie nicht, Symptome zu erwähnen, die Sie quälen.

 

Quellen und weiterführende Lektüre
→ Stress für Pflegekräfte: Tipps zur Selbstversorgung
→ Belastung der Pflegekräfte bei kranken Heimtieren